Vorlesung:
Die Entwicklung von Geschlechtsunterschieden
Mo 16:00-18:00 Uhr
Ort: Leopoldstrasse 13, Hörsaal
2U01
Studienabschnitt BA: Grundstudium
Semesterwochenstunden: 2
Leistungsnachweis: Klausur
Inhalt
Nach einer im sozialwissenschaftlichen Diskurs immer noch
vertretenen Überzeugung beruhen geschlechtstypische
Verhaltensunterschiede ausschließlich auf soziokulturellen
Einflüssen. Die Nivellierung solcher Unterschiede
und damit das Ende der Diskriminierung erwartet man sich
demgemäß von einer Gleichbehandlung der Geschlechter.
Diese Position lässt sich angesichts der empirischen
Evidenz nicht mehr aufrechterhalten, sie erweist sich unter
Umständen sogar als kontraproduktiv. Will man Geschlechtsunterschiede
angemessen erklären und gesellschaftlich integrieren,
kommt man nicht umhin, auch biologische Gesichtspunkte
einzubeziehen.
Die Abwehrhaltung gegenüber biologischen Argumenten
beruht auf einem Missverständnis der Beziehung von
Natur und Kultur; insbesondere wird «anlagebedingt» fälschlicherweise
mit «unveränderbar» gleichgesetzt. Ein
wesentliches Anliegen der Vorlesung ist es, dieses Missverständnis
zu bereinigen.
Im einzelnen werden folgende Themen behandelt:
- Kritische
Reflexion bestehender Theorien zur Entstehung von Geschlechtsunterschieden
- Evolutionsbiologische Begründung geschlechtstypischer
Verhaltens- und Erlebnisdispositionen
- Endokrinologische
Einflüsse
- Geschlechtsrollen im Kulturvergleich
- Geschlechtstypische
Denkstile und Interessenschwerpunkte
- Unterschiede
im Konkurrenzverhalten
- Selbstvertrauen
- Entwicklung
von Verantwortlichkeit und Moral
Literatur
D. Bischof-Köhler (2006). Von
Natur aus anders. Die Psychologie der Geschlechtsunterschiede (3.
Auflage).
Stuttgart, Kohlhammer.
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